Neujahrsansprache 2014

.
Ehrenwerte Mitmenschen und ihr Hartz-IV-Empfänger,

der Jahreswechsel ist traditionell ein Zeitpunkt guter Vorsätze. Vielleicht nehmen Sie sich gerade vor, viel weniger zu Saufen oder zu Kiffen und mehr Sport zu machen, um ihren unendlichen Frust auf die Gesellschaft viel Gesünder zu kompensieren. Ich selbst nehme mir eigentlich immer vor, mehr Frischluft durch den Kopf zu bekommen – auch das sicher ein Klassiker unter den guten Vorsätzen.

Doch dann kommt das neue Jahr, und schnell hat uns unser geliebtes Hamsterrad wieder.

Oft jagt ein Ereignis das andere. Manchmal verändert eines davon vieles, wenn nicht gar alles in unserem Leben.

Die Flut, als Sinnbild einer nicht vorhandenen lebenswichtigen Naturverbundenheit, die im Frühsommer in das Leben vieler Menschen an Donau, Elbe, Mulde und Saale brach, war so ein Ereignis.

Gerade erst waren die Folgen der gewaltigen Flut von 2002 beseitigt, aus der alle – Geschädigte wie Schädlinge – wieder nichts gelernt hatten, da mussten viele erneut von der Natur völlig überrascht, dass es überhaupt eine Natur gibt, ohnmächtig zuschauen, wie ihr ganzes Hab und Gut weggeschwemmt wurde.

Und zugleich endete ein Wellental der üblichen Art, ein abgrundtiefes Wellental der Ignoranz, Verlogenheit und unbeschreiblicher Unfähigkeit.

Dieses zeigte besonders deutlich, wer was in unserem Land versteckt.

Eine Gruppe von Studenten in Passau mobilisierte über das Internet täglich ein paar Tausend freiwilliger Helfer und sorgte nachträglich dafür, dass fremde Hilfe dorthin kam, wo die Gesellschaft zuvor auf ganzer Länge präventiv versagte. Und das ist nur ein trauriges Beispiel von vielen.

Und natürlich ist fern der großen Schlagzeilen auch in unserem persönlichen Leben viel geschehen, Schönes wie Enttäuschendes.

Manche sorgen sich auch um einen kranken Angehörigen oder haben einen lieben Menschen verloren und erleben den heutigen Abend in Trauer.

Es ist also wahrlich nicht alles so, wie wir es uns erhoffen oder wünschen. Doch immer wieder gibt es Chancen zu neuen Anfängen. Viele in Deutschland – Junge wie Alte – sagen: Ich wage es.

Sie gründen eine Beschäftigungsgesellschaft oder ein Subunternehmen.

Sie wissen nicht was eine Beschäftigungsgesellschaft ist?

Eine Beschäftigungsgesellschaft ist ein Unternehmen, welches Menschen – zwangsweise – gegen Geld vom Staat beschäftigt. Das verhübscht die Erwerbseinkommenslosenstatistik und ist aber eigentlich staatlich verordnete Freiheitsberaubung.

Ähnlichkeiten zur vergangenen deutschen Systemen sind dabei rein Systembedingt und somit völlig irrelevant.

Sie nutzen ihr Talent und werden parallel zu ihrem oft völlig sinnlosen Erwerbseinkommensjob bzw. nach Feierabend Künstler, Sportler oder Handwerker.

Sie setzen sich ein in ihrem Beruf als Verkäuferin oder Altenpflegerin und das sogar in mehrfachen Minijob-Anstellungen.

Sie werden Richterin oder Richter, wobei die wirklichen Verbrecher in Politik und Wirtschaft, die inzwischen ohne jegliche Skrupel unser aller schwer erwirtschaftetes Geld veruntreuen oder sogar verbrennen, kaum zu fassen sind.

Sie leben mit einer Behinderung und kämpfen jedes Jahr aufs neue gegen noch stärker behinderte Bürokraten an und tragen trotzdem wie Millionen anderer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Erfolg unseres Landes bei.

Sie schauen nicht weg, sondern zeigen Zivilcourage, wenn andere bedrängt werden und in Not geraten.

Große Achtung habe ich daher z.B. vor all den Menschen, die ihre leeren Bierflaschen nicht mehr in die öffentlichen Mülleimer werfen, sondern sie davor abstellen, wobei diese Mülleimer inzwischen fast im Minutentakt durchwühlt werden.

Die menschliche Anteilsnahme in unserem Land ist fast schon Herz zerreißend.

Aber jede Lebensgeschichte steht für sich und trägt zugleich ihren Teil zu dem bei, was unser Land im Kern ausmacht:

  • Unsinniger Leistungsdruck,
  • sinnlose und abstumpfende Beschäftigung
  • und immer größer werdende soziale Kälte.

Was jeder Einzelne von uns im Kleinen erreicht, das prägt unser Land im Ganzen und im Diktat der Lobbyisten und Konzerne, sieht schon fast jeder Straßenzug und fast jedes Geschäft inzwischen aus wie der tausendste Abklatsch einer globalen Franscheiß-Politik.

Der Staat könnte sinnvoll investieren. Er könnte gute Bedingungen schaffen. Doch die Politik kann nur wenig bewirken ohne Sie alle in unserem Land, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gleich welcher Herkunft, die sie alle dazu gezwungen sind, eine Politik der globalen Wirtschaftsversklavung mitzutragen.

Das ist auch der Grund für die vielen guten Nachrichten in diesem Jahr.

Es erklärt, warum bei uns so viele Menschen wie noch nie zuvor gleich mehrere Arbeitsplätze hatten, warum wir im harten weltweiten Wettbewerb andere so gut verdrängen und warum sich so viele Menschen ehrenamtlich in unsere Gesellschaft einbringen, vor allen in vielen sozialen und kulturellen Bereichen, für die auf Grund unserer Bankenrettungspolitik kein Geld mehr vorhanden ist.

Es gibt viel zu tun, damit Deutschland auch in Zukunft stark bleibt. Von der NSA lernen heißt diesbezüglich siegen lernen und so halten wir besser die Klappe, damit wir auch morgen wieder, für uns wichtige Information mit abschöpfen können.

Besonders wichtig ist mir, dass Hänsel und Gretel… ne quatsch… falsches Märchen.

Besonders wichtig ist mir, dass wir unsere Finanzen der nächsten Generation geordnet übergeben, dass wir die Energiewende zum Erfolg führen, dass wir gute Arbeit und ein gutes Miteinander in unserem Land haben, gerade auch weil unsere Gesellschaft älter und vielfältiger wird.

Wir wollen die Familien unterstützen – sie sind das Herzstück unserer Gesellschaft und je geringer der Lohn ist und je weniger Zeit die Eltern für ihre Kinder durch hohe Bürokratie und einen zweiten oder dritten Job zum wirtschaftlichen Überleben haben, je intensiver kann der Staat als Wirtschaftslobbyist unsere Kinder über die gleichgeschalteten schwachsinnigen Medien verblöden und sie von der Idee eines frei bestimmten Leben ablenken.

Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Bildung und damit die bestmögliche Chance auf ein gutes Leben erhalten können. Das gelingt uns auch sehr gut bei einer kleinen Elite. Für den Rest reicht es völlig aus, wenn sie Markenprodukte in- und auswendig lernen, um diese schon so früh wie möglich und ohne zu hinterfragen in Massen zu konsumieren.

Dabei wissen wir, dass die Fortschritte unseres Landes stets davon abhängig sind, dass wir endlich ganz Europa wirtschaftlich versklavt bekommen, wobei die Bankenkrisen dafür wundervoll dauerhafte Werkzeuge sind, um die anderen armen europäischen Länder zu überwinden.

Im kommenden Mai können rund 375 Millionen Bürgerinnen und Bürger Europas ein neues Europäisches Parlament wählen – also genau 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges und 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, dem Anfang vom Ende der Teilung Deutschlands und Europas und dem Anfang der Abgrenzung Europas von der restlichen durch uns verarmten Welt.

Und auch bei dieser Europawahl wird wieder die größte Wählergruppe kein Gehör bekommen, da Wahlsysteme, die man selbst nicht in Frage stellen kann und die nicht einmal ein Quorum besitzen, von vornherein manipuliert sind. Eine Wahl, bei der man nur zustimmen oder sich enthalten kann, ist alles andere als fair und dient nur dem Machterhalt einer rücksichtslos agierenden Minderheit.

Gütig eingestellte und warmherzig handelnde Menschen, denen das widerliche Ellenbogenkämpfen nicht gegeben ist, beteiligen sich nicht an solchen hinterlistigen Vereinnahmungsritualen.

Gerade mit Blick auf überregionale und von vornherein manipulierte Wahlsysteme stellt sich für mich die ideologisch übergreifende Frage… Sind Nichtwähler doof?

Europa wurde aus einem Traum weniger durch die Anstrengung vieler ein Ort des Friedens für Millionen. Alle uns wichtigen Kriege konnten wir auslagern und uns so eine kleine wundervoll verlogene scheinheile Welt schaffen.

Das zeigt einmal mehr, wie viel wir erreichen können, wenn wir eigene vergangene Kriege auch weiterhin nicht persönlich und in den Familien aufarbeiten und verdrängungsvoll zusammenhalten. Wir werden noch viele Freiwillige und Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten und alle anderen Einsatzkräftinnen und Einsatzkräfte benötigen, um die von uns selbst geschaffenen Fluten in noch vielen Frühsommern nachträglich bekämpfen zu dürfen. Die restliche Tierwelt fragt sich inzwischen schon, wozu eine Evolution überhaupt gut ist, wenn eine ganze Gesellschaft das so gewonnene Denkwerkzeug doch nicht präventiv einsetzen kann.

Jeder individuelle Beitrag und Kampf mag zunächst klein erscheinen – angesichts der Größe aller zu lösenden Aufgaben. Doch alle Beiträge zusammen machen die Stärke unserer Gesellschaft aus und da sollte sich jeder einzelne fragen, ob es ihm und uns allen nutzt, wenn er sich nur noch enttäuscht in der innere Kündigung gefangen, selbst bemitleidet und sich zurück zieht, um damit den anderen die Lenkung der Geschicke unserer aller Welt zu überlassen.

All denen die aber schon soweit sind, möchte ich gerne im neuen Jahr meinen Therapieplatz überlassen, um ihr eigenes Stockholm-Syndrom gegenüber der Obrigkeit erfolgreich behandeln zu lassen.

Liebe Mitmenschen,
für das kommende Jahr wünsche ich uns allen die Entschlossenheit, unsere Vorsätze umzusetzen, jedenfalls die wichtigsten, den Mut zu immer neuen kleinen Anfängen und die Kraft und den Trost, auch das Schwere im Leben zu tragen.

Glauben Sie mir, der begonnene Sozialabbau zum Wohle einer kleinen Gruppe krankhaft gieriger Menschen, die uns alle um unser Grundrecht bezüglich der Nutzung der planetaren Ressourcen in gleicher Höhe beraubt, ist erst der Anfang und eine wundervolle Trainingsmöglichkeit, sich auf die kommenden noch härteren Verteilungskämpfe kraftvoll einzustimmen. Die nächste Runde der viele tausend Jahre alten Hungerspiele sind hiermit eröffnet.

Von Herzen wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine bezahlbare Gesundheitskasse, einen zufrieden Blick in Ihre Lohntüten bzw. Bilanzen ihres eigenen kleinen Unternehmens und gesegnet sein natürlich alle Götter und… Götterinnen.

Ihnen ein fröhliches Jahr… 2014.

.

Fragendes Nachwort:

Warum muss ich als Bürger der ehemaligen DDR den ganzen verlogenen Schwachsinn ein zweites Mal durchleben und warum erklären mir schon wieder so viele Gehalts empfangene Funktionäre, dass es richtig und notwendig ist?

.

.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Neujahrsansprache

Eine Antwort zu “Neujahrsansprache 2014

  1. Hat dies auf alm10965 rebloggt und kommentierte:
    Große Achtung habe ich daher z.B. vor all den Menschen, die ihre leeren Bierflaschen nicht mehr in die öffentlichen Mülleimer werfen, sondern sie davor abstellen, wobei diese Mülleimer inzwischen fast im Minutentakt durchwühlt werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s