Mein heutiger Besuch beim Amtsarzt

Da ich inzwischen von vielen Seiten aus gefragt werde, wie den mein Lebenslauf in Bezug auf das völlig gestörte Verhältnis zwischen mir und dem für mich lebensverwaltungstechnisch zuständigen Jobcenter derzeit voran schreitet, wollte ich gerne mitteilen, dass ich heute beim Amtsarzt der Arbeitsagentur war, wo es darum ging, ob ich auf Grund der Arbeitsbelastung von maximalen drei Stunden pro Tag eventuell (ganz offiziell) aus dem Arbeitsmarkt ausgesondert (berentet) werden kann.

Da ich mich bei der Vernehmung ganz normal verhalten und völlig sachlich argumentiert habe, bin ich bestimmt sehr verrückt rüber gekommen. 😉

Das Gute bezüglich meiner hart erarbeiteten Frühberentung wäre, dass mein Wochen-Grundeinkommen (was ich derzeit noch in Form von Hartz-IV über den ganzen Monat strecken muss) mit einer zeitweiligen Bedingungslosigkeit angereichert werden würde und dass ich dadurch völlig entspannt und ganz in Ruhe arbeiten könnte.

Schauen wir mal, wie der nächste Akt in meinem ganz persönlichen Theater des Lebens weiter geht. 🙂

Zum Stand der finanziellen Sanktionierungen meiner Person möchte ich noch verkünden, dass auf Basis des Gutachtens des sozialpsychiatrischen Dienstes die angedrohte 60 prozentige Sanktion gar nicht erst in Kraft getreten ist und die 30 Prozentige vom Jobcenter zurück genommen wurde. Diesen Monat habe ich außerdem das erste Mal wieder mein volles Lebensgehalt überwiesen bekommen, so dass die dreimonatige Zwangsreduzierung meines Arbeitslosengeldes (nennt man das eigentlich auch Diät?) um zwei mal 10 Prozent (rund 80,- Euro)  ebenfalls überstanden ist.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Mein Jobcenter

4 Antworten zu “Mein heutiger Besuch beim Amtsarzt

  1. Damit Du gleich weißt, was auf Dich mit Rente zu kommt … (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2014/11/04/sie-helfen-einfach/) … ist alles ganz einfach … 😉

  2. Berthild Lorenz

    Boah! Mir fällt nur noch boah ein! Ich war heute im Sozialamt und erzählte davon in FB: https://www.facebook.com/berthild.lorenz/media_set?set=a.10205518530266378.1073742051.1345338641&type=1&pnref=story

  3. Hey, da sind bestimmt viele gespannt – so oder so gut – wenn tüchtige und fleißige Menschen wie Du zum Arbeiten in den Ruhestand bzw. „selbstbestimmte Bewegung“ geschickt werden, sagst Du das und legst den Finger in die Wunde (und vielleicht macht es Schule) und wenn nicht, sagst Du es auch in aller Öffentlichkeit und es gibt Knatsch und danach wirst Du berentet… ich denke bei Dir läuft es wie bei Gandhi (erst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie dich, dann hast Du gewonnen)… Du bist jetzt ist Stufe 4 (Du bist am „gewinnen“).

  4. deutschemicheline

    Bei den vermutlich recht geringen Rentenansprüchen dürfe sich dann bei der aufstockenden Grundsicherung auch nicht viel im monatlich verfügbaren Geld ändern. Keine Bewerbungen, Meldetermine, Vorstellungsgespräche, … aber der Rest bleibt.

    Obwohl mich das mit den fast ins Leere verlaufenen Sanktionen für Wendeberater freut könnte das für Real-Sanktionierte wie ein Schlag ins Gesicht sein.
    Aber sogar die Sanktionen wegen den Meldeversäumnissen hätten womöglich nicht sein brauchen. ALG I ist zwar gesetzlich nicht wie ALG II, aber Diskriminierung nach Dauer der Erwerbslosigkeit ist in diesem Staat ja seit der Agenda 2010 gesetzlich legitimiert.

    Bei gegen-hartz gab es aktuell einen Artikel über Meldeversäumnisse bei Arbeitslosengeld 1. Laut BSG wurde anscheinend zwischen „objektiver Erreichbarkeit“ (Meldeversäumnisse) und „subjektiver Verfügbarkeit“ (Wille um Arbeit anzunehmen) unterschieden. Auch wenn mehrere Meldetermine versäumt und alles abgelehnt wird kann ALG nicht aufgehoben werden, höchstens nach § 159 Abs. 1 Nr. 6 SGB III Sperrzeiten bis die Mitwirkung nachgeholt wird. Auch mehrere Meldeversäumnisse reichen nicht zur Aufhebung von ALG 1.

    Das ist zwar auch noch lange kein BGE, aber das Urteil könnte evtl. auch für Hartz IV Sanktionen interessant sein, wenn die mal irgendwann bis zum BVerfG kommen sollten.

    ——–
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/meldeversaeumnis-trotzdem-alg-bewilligung-90016321.php

    MELDEVERSÄUMNIS: TROTZDEM ALG-BEWILLIGUNG
    ALG-Bewilligung darf nicht wegen Meldeversäumnis aufgehoben werden

    06.11.2014
    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) darf nicht die Bewilligung des Arbeitslosengeldes (ALG) aufheben, wenn Erwerbslose mehrere Meldetermine versäumen. Das entschied das Bundessozialgericht (BSG) in seinem Urteil vom 14. Mai 2014 (Aktenzeichen: B 11 AL 8/13 R). Über den Fall berichtet Rechtsanwalt Helge Hildebrandt von der Sozialberatung Kiel auf seiner Internetseite. (…)Zwar müssten Erwerbslose heute den Vermittlungsbemühungen der BA zur Verfügung stehen – „objektiv verfügbar“ (erreichbar sein) und „subjektiv verfügbar“ (für Vermittlungsvorschläge offen sein und zumutbare Vorschläge annehmen) sein – jedoch bedeute das Versäumen von Meldeterminen nicht, dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Somit lasse sich das Aufheben der ALG-Bewilligung nicht mit Meldeversäumnissen begründen.

    Es bestehe aber die Möglichkeit gemäß § 159 Abs. 1 Nr. 6 SGB III Sperrzeiten zu verhängen und das ALG zu entziehen, wenn der Erwerbslose jegliche Gesprächsbereitschaft verweigert. Dies gelte aber nur „bis zur Nachholung der Mitwirkung“. (ag)

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