Ergebnis der 2. Verurteilungsparty beim Landgericht

Die Verurteilungsparty am heutigen Vormittag beim Berliner Landgericht wegen meiner angeblichen Erschleichung von Beförderungsleistungen war ein eher kurzes Vergnügen. Der Staatsanwalt und das Gericht erwiesen sich wie zu erwarten als systemtreue Spaßbremsen.

Mit dem wiederholten Hinweis, ich solle mir, so wie alle anderen auch, eine Arbeit suchen, um den Steuerzahler nicht weiter auf der Tasche zu liegen, wurde meine Berufung abgelehnt. Alle meine mich entlastende Argumente wurden ebenfalls wie zu erwarten wieder durch den gesellschaftlichen Häcksler gezogen. So auch meine Bitte, meine bereits über tausend erbrachte Stunden an gesellschaftlicher bzw. gemeinnütziger Arbeit mit der Forderung von 70 Tagessätzen von je 15 Euro zu verrechnen.

Trotz oder gerade auf Grund des Ergebnis bin ich sehr froh, weiter für (volle) Beschäftigung in der Justizwirtschaft zu sorgen und werde alles daran setzen, meine entsprechende Arbeitsleistung stetig zu erhöhen, um irgendwann einmal an der Straße der Besten aufgehangen zu werden.

 

 

 

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Amtsgericht

3 Antworten zu “Ergebnis der 2. Verurteilungsparty beim Landgericht

  1. anonym

    „…ich solle mir, so wie alle anderen auch, eine Arbeit suchen, um den Steuerzahler nicht weiter auf der Tasche zu liegen…“

    Das hat der Richter gesagt? Hatte er auch dabei auch geschrien, mit Schaum vorm Mund? Oder reicht für die moralische Verurteilung zur Zeit noch ein Habitus distanzierter Verachtung?

    Was für ein Juristengesindel.

  2. Alfred

    Ehrlich gesagt, die Verkündung solcher persönlichen Anschauungen aus dem Munde eines Richters ist höchst unprofessionell und hat gerade dort im Richterstand nichts verloren.
    Da der Richter sie einmal herausgekehrt hat, war eine entsprechende Erwiderung Ihrerseits, Herr Fielsch, allemal recht und billig.
    Wir beobachten ein immer wachsendes Heer von Leuten, welche mit Hungerlöhnen abgespeist werden, die nicht einmal halbwegs von der Intention zeugen, die Leute aus ihrer Abhängigkeit befreien zu helfen – sondern Verdachtsmomente erzeugen, ich will nicht sagen, welche.
    Man hat Ihnen gewiß für Ihre Bemühungen, Herr Fielsch, so viel ausgezahlt wie mir für die Meinigen – nämlich nahezu gar nichts (dabei bin ich für meine Arbeit hochgelobt worden). Selbst ein auf dem Hof helfendes Kind in den Ferien verdient mitunter mehr. Glaubt niemand, dass irgendwo wir auch in der Schuld der Gesellschaft stehen?
    Denn egal, ob Advokaten, Lehrer, sonstige Beamte, Filmschauspieler, Fußballprofis… Vertreter aller der genannten und nicht genannten Branchen hinterfragen ihr Einkommen ja auch bloß in den seltensten Fällen (nach unten wie nach oben!). Ich werden einen Teufel tun zu sagen: unverdient. Doch allzu oft, wenn beispielsweise die „Ein-Euro-Jobs“ mal ganz prinzipiell auf den Prüftstand gestellt werden, heißt es: Nichts anderes als diese äusserst magere Entohnung ist gerechtfertigt. Und immer: gerechtfertigt!
    Jetzt haben Sie eine Armutsrente erhalten, aus welcher es für Sie selbst bei einer ziemlich steilen Karriere kaum ein Entkommen gegeben hätte, falls Sie das „Falsche“ (das es so nicht gibt!) Ihres Lebensweges nach Ansicht mancher eingesehen hätten
    Es wäre nicht schlecht, wenn uns, als Gesellschaft, wofür zu gelten wir nach außenhin Anspruch erheben, mal ein Licht käme!

  3. Berthild Lorenz

    „Im Namen des Volkes“ geschieht, was in tausenden Gerichtssälen täglich geschieht, sagen die Verhüllten in jedem Saal… Tja, Volk – wer ist das? Aus deinem Text: „…um den Steuerzahlern nicht weiter auf der Tasche zu liegen,“ Ich hoffe sehr, du hast deinen eigenen Anteil dieser einen Erde im Gegenzug bekommen und baust jetzt selber Dinkel an um deine eigenen Brötchen zu backen, damit du nicht mehr Mehrwertsteuern zahlen musst und dir dem Steuerzahler auf der Tasche liegst!!
    Alles nicht so einfach zu durchschauen für die hart Erwerbseinkommen Generierenden…

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