81. Tag ohne Grundsicherung

Heute ist der 81. Tag an dem ich keine meine Vorruhestandrente (in Höhe von 94,28 Euro) aufstockende Grundsicherung bekomme. Die Hintergründe kann man meinem ablehnenden Schreiben an das Sozialgericht Berlin entnehmen.

Gestern habe ich 601 Bundestagsabgeordnete über Ihre (öffentlichen) eMail-Adressen angeschrieben, auf die eine Mitarbeiterin von Frau Nahles umgehend reagiert hat, in dem sie mich gebeten hat, die Information doch besser an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu senden, wofür ja Frau Nahles als Ministerin verantwortlich ist.

Auch wurde mir Hilfe und Unterstützung vom Obdachlosen-Verein „Unter Druck“ zugesagt, wo ich nun fast täglich zum Mittag diniere.

Heute werde ich nach eMail-Adressen von Datenschutzbeauftrage suchen und diese versuchen anzuschreiben. Außerdem möchte ich meine Krankenkasse (den Bundesverband und seine Regionalstellen) einmal darüber in Kenntnis setzen, welche gesellschaftlichen Umstände nicht nur mich krank machen und warum sie ebenfalls nicht nur durch mich immer höhere Kosten für die Auswirkungsbekämpfung haben.

Erschreckend ist die Resonanz von den meisten Mitmenschen, man solle sich doch fügen, weil man eh nichts verändern kann. Das zeigt mir erneut, wie viele Menschen tief im Stockholm-Syndrom verhaftest sind und wie wichtig die „Weltrettung durch Therapie“ ist, was ich auch mit meinem 780 Seiten starken Buch „Mein K(r)ampf“ versuche zum Ausdruck zu bringen.

Wenn Du ganz leise bist

 

 

 

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Grundsicherung

Eine Antwort zu “81. Tag ohne Grundsicherung

  1. anonym

    Anpassung oder Widerstand, das ist hier die Frage.

    Horst-Eberhard Richter, der „große alte Mann“ der bundesdeutschen Friedensbewegung sagt dazu folgendes:

    „[…] Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d.h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen. Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.“
    – Horst-Eberhard Richter: Psychoanalyse und Politik, Vorwort

    „Auf in den Kampf“, könnte man nun denken. Richter nennt aber eine Voraussetzung: Das Risiko muss vertretbar sein. Ist es das nicht, läuft der Widerstand Gefahr, selbstzerstörerisch zu werden. Dann muss man (taktisch) nachgeben, um an anderer Stelle und zu anderer Gelegenheit weiterkämpfen zu können. (So das Ideal)

    Die Frage ist also: Was ist als Risiko vertretbar. Obdachlosigkeit? Gefängnis? Krankheit? Tod?

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