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Von meinem P-Konto wurde gestern per „Auskehrung“ gepfändet

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ich mit meiner üppigen Rente und der zusätzlichen Grundsicherung, Monat für Monat weit unter dem Pfändungsfreibetrag liege und damit vor jeglichen Pfändungen geschützt bin.

Aber Pustekuchen! Gestern wurden rund 56,- Euro per „Auskehrung“ von meinem P-Konto gepfändet.

Die „Auskehrung“ bedeutet, dass alle zum Ende eines Monats auf dem Konto verbliebenen Gelder, im darauf folgenden Monat auf den Zahlungseingang drauf gerechnet werden und dies immer wieder „Monat für Monat“. Auf diese Weise wächst der Geldberg rein rechnerisch immer weiter an und übersteigt dann irgendwann den Pfändungsfreibetrag, wenn man sein P-Konto nicht zu jedem Monatsende total auf null plündert. Dieser „Überschuss“ ist dann pfändbar und wird automatisch eventuellen Gläubigern zugespielt.

Diese Regelung kennt kaum jemand und jetzt habe ich mir natürlich sogleich eine wiederholte Erinnerungen für den 25. eines jeden Monats gesetzt, um daran zu denken, mein eigenes Konto immer vollständig auszuplündern (auszukehren).

Eigentlich müsste ich an dieser Stelle wieder wie ein Rohrspatz auf den Kapitalismus schimpfen, nur war der Sozialismus in dem ich aufgewachsen bin, genauso anders krank und für das mir nun seit gut 50 Jahren gebotene Realsatireprogramm kann man schon mal 56 Euro berappen, so lange wie es kein (alle) 50 Jahre Abo wird. 😉

Im ersten Schreckensmoment hatte ich natürlich sogleich an eine Verschwörung gedacht und dass mir mein Vater Staat böses antun wolle, aber dann habe ich den Fernseher eingeschaltet und sofort gesehen, wie fürsorglich er sich (nicht nur) um mich kümmert und wie glücklich alle Menschen darüber sind. Jetzt bin ich wieder beruhigt. Alles ist in bester Ordnung. 🙂

 

 

 

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