Offener Brief an den Landrat Stefan Sternberg

Wie entstehen faschistoide Tendenzen aus Ängsten, wie z.B. im Landkreis Ludwigslust-Parchim?

Sehr geehrter Herr Sternberg,

Sie können sich sicher an unsere Aktion (stille Mahnwache „Im Gedenken an die Opfer der Agenda 2010„*) am 25. Oktober 2021 vor Ihrer (Verwaltungs-)Haustür (dem Landratsamt in Parchim) erinnern. Meine Einladung dazu, die ich nicht nur Ihnen per Email zukommen lassen habe, haben Sie, bestimmt auf Grund des technischen Ausfalls Ihrer gesamten lebensverwaltungstechnischen IT-Struktur, leider nicht rechtzeitig erhalten bzw. nicht wahrgenommen.
Wobei wir planen unsere Aktion vor dem Landratsamt nach Möglichkeit regelmäßig zu wiederholen, bis u.a. meine Wohn- bzw. Mietsituation geklärt ist – wenn es nicht zu kalt, regnerisch oder windig ist.

*) www.Die-Opfer-der-Agenda-2010.de

Auch mit Blick auf die vergangene Aktion möchte ich Sie gerne auf einige Umstände hinweisen, die Ihnen selbst eventuell überhaupt nicht bewusst sind…

Sie sind z.B. während unserer Mahnwache (auf dem Bürgersteig vor dem Landratsamt) wie ein aufgescheuchtes Huhn herumgelaufen, um einen Menschen zu finden, der angeblich vor dem Landratsamt Flyer mit einem Hakenkreuz darauf verteilt. Wie sich dann aber im Dialog mit Ihnen herausstellte, basierte diese Fehlinformation höchst wahrscheinlich auf dem Umstand, dass ein Mitstreiter von uns ein T-Shirt trug, mit dem Aufdruck: „Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre Hitler Maler geblieben.“ Aus einem von uns gewollt provozierenden Umstand (um Gespräche anzuregen – u.a. gegen den historischen Faschismus und ob es diese Tendenzen – wie aktuell – wieder geben würde, wenn man jedem Menschen sein Grundrecht auf Existenz zugestehen würde) wurde eine Falschinformation bzw. völlige Fehlinterpretation.

Für mich bzw. uns gesellschaftspolitische Aktivisten ergeben sich daraus folgende Fragen…

  • Wie entsteht aus furchtbesetzt geprägter Wahrnehmung eine solche Fehlinformation?
  • Welche Tragweite hat dies für den Einzelnen bzw. die gesamte Gesellschaft, wenn eine solch eklatante Falschinformation in einer _staatlichen Behörde_ entsteht und von ihr verbreitet wird?

Wie sehr Menschen leiden, durch eine fehlinformierte Stigmatisierung bis hin zur Kriminalisierung durch staatliche Stellen bzw. deren Mitarbeiter:innen (ausgelöst durch deren Fehlinterpretationen und Verleumdung),
das erlebe ich gerade persönlich durch die spezielle Spezialbehandlung von Seiten der Mitarbeiter:innen der Fachabteilung für Soziales in Ihrem Hause.
-> siehe meine Einladung zur stillen Mahnwache am 25.10.2021 per Email (nicht nur) an Sie**, sowie meine Information in Bezug auf die Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Ludwigslust – im Anhang und auch über nachfolgenden Link nachzulesen… www.fielsch.de/meine-strafanzeige-gegen-den-spd-ludwigslust

**) Siehe Anhang bzw. hier noch einmal nachzulesen… www.Die-Opfer-der-Agenda-2010.de/Den-zweiten-Winter-ohne-Heizung-und-das-zweite-Jahr-ohne-warmes-Wasser-dank-dem-Sozialamt-in-Parchim

Das Schlimme an der Stigmatisierung und Kriminalisierung von Bürgern durch die Partei- und Staatsführung, ausgeführt durch deren Verwaltungsmitarbeiter:innen ist der Umstand, dass durch die Agenda 2010 die „Gewaltenteilung“ in den dafür zuständigen Ämtern ausgehebelt wurde.*** Eine einzelne Mitarbeiterin bzw. ein einzelner Mitarbeiter oder ein kleines Mitarbeiterteam kann dadurch…

  1. einen Menschen anklagen,
  2. diesen Menschen im Sinne der eigenen Anklage SOFORT eigenständig verurteilen,
  3. dieses Urteil ebenfalls selber SOFORT durch finanzielle Sanktionen oder der Verweigerung von finanziellen Leistungen vollstrecken.

Was genau passiert, wenn Menschen solch „unkontrollierte“ Macht über andere erhalten, zeigen übrigens Sozialexperimente wie u.a. das Milgram- oder das Stanford-Prison-Experiment bzw. die Welle (The Third Wave) – siehe Wikipedia.

***) Wieder bahnt sich ganz leise und unbemerkt ein (neoliberaler) Wirtschaftstotalitarismus einen Weg, die Grundrechte mit Hilfe von Gesetzen auszuhebeln. Die Anleitung für diesen „Wirtschafts-faschismus“ und wie dies am Ende ausgeht – wovor auch ganz berechtigt immer mehr Menschen – so wie auch Sie – immer mehr Angst haben, steht übrigens für uns warnend in den Geschichtsbüchern.

Am stärksten betroffen von der Stigmatisierung und Kriminalisierung von Amtswegen, welches man auch als „staatlich legitimiertes Mobbing“ bezeichnen könnte, sind vor allem Menschen, die bereits am oder sogar unter dem Existenzminimum leben, wobei diese (sowieso schon oft sehr hilflosen) Menschen, natürlich ihr (Grund-)Recht einklagen können.****
Der entsprechende, meist über Jahre hinweg andauernde Klageweg, kostet aber immens viel seelische Kraft und belastet die Psyche der Betroffenen enorm. Oft kommt diese immense Belastung sogar zusätzlich zu bereits vorhandenen seelischen Lebensbelastungen – was sich ggf. irgendwann in körperlichen Leiden manifestiert.
Desweiteren muss die betroffene Person in dieser Zeit wirtschaftlich überleben – trotz der finanziellen Sanktionen. Wobei das Überleben oder „Zurechtkommen“ im schlimmsten Fall als Beweis gegen die betroffene Person verwendet wird (mittelalterliche Hexenprozesse lassen grüßen).

***) Allein bei der ersten kurzen Aktion vor Ihrem Hause begegneten uns mehrere Personen mit immenser Kritik an der Praxis von Verwaltung und Sozialhilfe, da sie sich selber in ihren existenziellen Bedürfnissen nicht vorbehaltlos unterstützt fühlten, sondern behindert, blockiert, zum Klagen und Ausweichen auf einen nicht-institutionalisierten Freundeskreis gezwungen. Wohlgemerkt handelte es sich nur um Menschen, die nicht mehr in die „von staatlicher Abfertigungs-Fürsorge befreiende Erwerbstätigkeit“ gelockt oder delegiert werden können, sondern um SGB-XII-Betroffenheit.

Eine diesbezüglich völlig überbelastete Seele schaltet aber nicht nur irgendwann einfach ab, sondern geht auf Grund ihrer tief ohnmächtigen Wut, Verzweiflung und Verletztheit, sowie einer tiefen Verbitterung in eine „Verrohung“ über, die sich durch weitere seelische Verletzungen und Traumatisierungen noch dazu immer weiter hoch schaukelt.
Eine daraus resultierende Verbitterungsstörung ist bereits in der Breite immer stärker zu beobachten, wobei diese, auf Grund fehlender Aufklärung und Bewusstmachung, von allen Seiten her auch noch „gefüttert“ wird.

Die so hoch verletzte und traumatisierte, sowie nun noch zusätzlich verrohte Seele, geht dann völlig unbewusst in eine innere Gewaltbereitschaft über:
welche sich passiv, (durch Duldung, Befürwortung oder (indirekte) Förderung von Gewalt), oder auch aktiv (durch direkte bzw. gezielte Gewalt) äußert.
Gewaltbereitschaft auf dieser Basis – ausgelebt über die negativen Aspekte der Gruppendynamiken – benennt der Volksmund auch als „Faschismus“.

Für mich bzw. uns ergeben sich daraus weitere Fragen…

  • Ist dem Landratsamt von Ludwigslust-Parchim, mit Ihnen als Ihr Leiter sowie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, eigentlich bewusst, dass „Faschismusoffenheit“ eines womöglich leider wachsenden Bevölkerunganteils im Landkreis u.a. eine Antwort auf die „strukturelle Gewalt“ ist, die auch von Bescheiden und Verwaltungsakten aus Ihrem Hause (wieder im Auftrag der Partei- und Staatsführung) ausgeht?
  • Ist dem Landratsamt von Ludwigslust-Parchim, mit Ihnen als dessen Leiter sowie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, eigentlich bewusst, welch hohen bzw. starken EINFLUSS dadurch das Landratsamt an der Entstehung bzw. an Zulauf und Ausbreitung der faschistoiden Tendenzen im Landkreis hat?

Wie traumainduziert und allergisch sogar das Landratsamt bzw. dessen Mitarbeiter:innen auf die (zum großen Teil selbst begünstigte) im Landkreis bekannte faschistoide Tendenzen auf Unbekanntes getriggert reagieren, zeigen uns unsere gemeinsamen Erlebnisse.
Zum Beispiel die intensive Suche nach dem Verteiler des angeblichen „Flyer mit Hakenkreuz“.
Zum Beispiel die freundliche Aufforderung, unser Metallgestell, welches aus zusammengeschraubten Metallrohren besteht und unsere Banner hält, aus Gründen der Gewaltprävention für weitere Kundgebungen im Landkreis (bis Jahresende) gegen ein Gestell aus Holz auszutauschen – nach mehreren hundert absolut friedfertigen Aktionen im gesamten Bundesgebiet ohne solche Auflagen.

Nicht nur an diesen Beispielen, stellvertretend für gesamt-gesellschaftliche Traumatisierung, sondern auch in meinem persönlichen Fall sehen wir immensen Handlungs- bzw. Aufklärungs- und Bewusstmachungsbedarf.

Nicht nur Sie (bzw. das Landratsamt und dessen Mitarbeiter:innen) sind in einer „permanenten und krankhaften Angst- sowie Blockadehaltung“ gegenüber den Bürgern (für die Sie eigentlich tolerant und verständnisvoll da zu sein haben) und somit aus unserer Sicht Teil eines sich immer weiter hoch schaukelnden Teufelskreises (siehe Thema: strukturelle Gewalt).

Nicht nur in meinem persönlichen Fall könnten Sie mit uns in einen direkten Dialog zum Thema „Ursache und Wirkung“ treten. Sondern das Thema gerne auch gesamtgesellschaftlich beleuchten.
Dazu laden wir Sie ein.

Im Rahmen unserer total irren Initiative „Weltrettung durch Therapie“ beschreiben wir u.a. die „Institutionalisierung von psychischen Störungen – entstehend durch das Ausleben von psychischen Belastungen, Beeinträchtigungen und Störungen über die negativen Aspekte der Gruppendynamiken„*****. Wobei wir gerne das Landratsamt von Ludwigslust-Parchim diesbezüglich beispielhaft beleuchten können.
Ein noch gravierenderes (übergeordnetes) Beispiel sind für uns u.a. die Entwickler sowie Entscheider der Agenda 2010.

Eine Hauptursache für den selbstzerstörerischen Teufelskreis sehen wir übrigens in einer „gesellschaftlichen Entwicklungs-traumatisierung„****** von der wir ALLE mehr oder weniger stark (ab unserer Zeugung bzw. Geburt) betroffen sind. Unsere gesamte Gesellschaft ist im Höchstmaß traumatisiert und traumatisierend, wobei es an uns selber liegt, uns durch entsprechende Aufklärung und Bewusstmachung aus diesem (seit Tausenden von Generationen bestehenden) Teufelskreis heraus zu holen, bevor es unsere Gesellschaft wieder gewalttätig zerreißt.

*****) Siehe entsprechend beigelegten Flyer bzw. dem Beitrag auf unserer diesbezüglich Projekt-Webseite… www.Weltrettung-durch-Therapie.de/Der-imaginaere-Freund

******) Dazu haben wir vor kurzem das gleichlautende therapeutische Mitmach-Projekt gestartet… Die.gesellschaftliche-Entwicklungstraumatisierung.de

Lassen Sie uns reden.
Ein „Raum für Zukunft“ basiert auf psychischer Gesundheit.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch, wenn wir Sie besuchen.

Mit antifaschistischen Grüßen

Michael Fielsch(.de)

Wendeberater(.de) und Hobby-Seelsorger für Andersdenkende* sowie gerne auch Ihr-Spiegelhalter(.de)